№ 01 Balsam
Balsam Magazin für Pflege, kleine Rituale und schöne Ordnung
← Magazin 24. August 2026
Pflege & Beauty · 7 min

Eine Gesichtspflege-Routine nach Hauttyp

Trocken, fettig, empfindlich oder Mischhaut: Wer den eigenen Hauttyp kennt, baut eine Routine, die trägt. Ein ruhiger Leitfaden durch die vier Grundtypen und ihre passenden Schritte.

Verschiedene Pflegeprodukte und ein Handtuch auf einem hellen Badezimmerregal, morgendliches Licht
Verschiedene Pflegeprodukte und ein Handtuch auf einem hellen Badezimmerregal, morgendliches Licht

Pflege wird selten daran scheitern, dass man zu wenig Produkte besitzt. Meistens liegt es daran, dass die Produkte nicht zur Haut passen, die man tatsächlich hat. Der eigene Hauttyp ist deshalb kein Etikett, sondern eine Landkarte: Er sagt, welche Schritte tragen und welche man getrost weglassen darf.

Erst den Hauttyp bestimmen

Ein einfacher Test hilft: Gesicht mit einem milden Reiniger waschen, danach nichts auftragen und eine Stunde warten. Wie fühlt sich die Haut jetzt an?

  • Spannt sie überall, wirkt matt und zeigt vielleicht feine Schüppchen: eher trocken.
  • Glänzt sie großflächig, besonders auf Stirn, Nase und Kinn: eher fettig.
  • Glänzt nur die T-Zone, während Wangen normal oder trocken bleiben: Mischhaut.
  • Reagiert sie schnell mit Rötung, Brennen oder Juckreiz: empfindlich (das kann mit jedem anderen Typ zusammenfallen).

Wichtig: Der Hauttyp ist nicht in Stein gemeißelt. Jahreszeit, Hormone, Klima und Alter verschieben ihn. Deshalb lohnt es sich, ein-, zweimal im Jahr neu hinzusehen.

Das Grundgerüst bleibt gleich

Egal welcher Typ – drei Schritte bilden das Rückgrat: reinigen, mit Feuchtigkeit versorgen, am Morgen schützen. Alles andere ist Feinabstimmung.

Morgens genügt oft, das Gesicht mit lauwarmem Wasser oder einem sehr milden Reiniger zu erfrischen, danach eine Feuchtigkeitspflege und – das ist der eine nicht verhandelbare Punkt – ein Sonnenschutz mit mindestens LSF 30. Abends darf gründlicher gereinigt werden, um Talg, Sonnenschutz und Alltag abzunehmen.

Trockene Haut: Öl und Ruhe

Trockene Haut braucht vor allem zwei Dinge: Feuchtigkeit binden und die Hautbarriere abdichten. Reiniger sollten cremig statt schäumend sein; alles, was quietschend sauber macht, entzieht meist zu viel.

In der Pflege lohnen Feuchtigkeitsspender wie Glycerin oder Hyaluron in Kombination mit rückfettenden Stoffen wie Squalan, Sheabutter oder Ceramiden. Der Klassiker ist, die Creme auf noch leicht feuchte Haut aufzutragen – so wird die Feuchtigkeit regelrecht eingeschlossen. Aggressive Peelings lieber selten und sanft.

Fettige Haut: nicht austrocknen, sondern regulieren

Der häufigste Fehler bei fettiger Haut ist, sie mit scharfen Mitteln bekämpfen zu wollen. Wird die Haut zu stark entfettet, produziert sie oft nur umso mehr Talg. Klüger ist eine leichte, ölfreie Textur – ein Gel oder eine dünne Lotion statt einer schweren Creme.

Wirkstoffe wie Niacinamid helfen, das Hautbild zu beruhigen und Glanz zu mindern. Ein sanftes chemisches Peeling mit Salicylsäure ein- bis zweimal pro Woche kann verstopfte Poren lösen. Und ja: Auch fettige Haut braucht Feuchtigkeit – nur eben in leichter Form.

Mischhaut: zwei Zonen, ein Gesicht

Mischhaut ist die Kunst des Kompromisses. Statt das ganze Gesicht gleich zu behandeln, darf man ruhig differenzieren: die trockeneren Wangen etwas reichhaltiger, die glänzende T-Zone leichter. Ein und dieselbe Feuchtigkeitspflege reicht oft aus, wenn man in der T-Zone einfach sparsamer aufträgt oder dort gelegentlich ein mattierendes Produkt einsetzt.

Empfindliche Haut: weniger ist wirklich mehr

Empfindliche Haut ist keine Frage des Fettgehalts, sondern der Reizschwelle. Hier gilt: kurze Zutatenlisten, keine Duftstoffe, keine ätherischen Öle, wenig Wechsel. Neue Produkte immer einzeln einführen und ein paar Tage beobachten, bevor der nächste Schritt dazukommt. Beruhigende Stoffe wie Panthenol, Ceramide oder Haferextrakt sind gute Verbündete.

Wie man dranbleibt

Die beste Routine ist die, die man morgens um sieben und abends um elf noch mag. Lieber drei Schritte, die verlässlich passieren, als sieben, die man nach zwei Wochen aufgibt. Die Haut belohnt Beständigkeit deutlich mehr als Perfektion – und sie verzeiht, wenn ein Abend mal nur aus Wasser und einer Handvoll Creme besteht.

Ressort: Pflege & Beauty Balsam